Der Schrebergarten in der DDR

Hammer, Zirkel, Gartenglück

970.000 Schrebergärten gibt es heute in Deutschland, davon sage und schreibe 650.000 im Osten – diese Zahlen haben bei den Recherchen zu dieser Folge von “Der Osten – Entdecke wo du lebst” auch Axel Bulthaupt überrascht. Denn der Anfang der Schrebergärten in der DDR war alles andere als blumig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg passten die kleinbürgerlichen Gärtner partout nicht zum Modell eines neuen, sozialistischen Menschenbildes. Nicht zufällig boykottierte deshalb Walter Ulbricht die Gründung einer eigenständigen Organisation. Doch dann war es der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker selbst, der seine schützende Hand über Laubenpieper und ihre Parzellen hielt. Im DDR–Fernsehen avancierte “Du und Dein Garten” in den 1970er Jahren zum Quotenhit.

Warum und wie entdeckten die Mächtigen der DDR ihre späte Liebe zum Kleingarten? Wie sahen die Anfänge vor fast 150 Jahren aus, als in Leipzig der Schrebergarten das Licht der Welt erblickte? Und wie lebt man heute in den Mini-Gartenparadiesen? Fragen, die Axel Bulthaupt in den traditionsreichen Kleingartenverein “Dr. Schreber e.V.” in Leipzig führen.

Erstaunlich, wie beliebt der Schrebergarten bei seinen Pächtern war – ganz gleich ob im Deutschen Kaiserreich, der Weimarer Republik oder unter den Nationalsozialisten.

Doch erst in der DDR brachte es der Schrebergarten zu einer Beliebtheit, die Generationen übergreifend war und alle gesellschaftlichen Schichten verband. In den Gärten fand man die Ruhe und das Obst und Gemüse, das es im Konsum nicht zu kaufen gab.

Als die DDR 1989 am Ende war, standen die Schrebergärten in voller Pracht. Auch von dieser Ironie der Geschichte erzählt die Reportage “Hammer, Zirkel, Gartenglück – Der Schrebergarten in der DDR “.

Posted by Redaktion Lerchenwiese