Der Verein und die Verbände

Bundesverband Deutscher Gartenfreunde

Deutschlands organisierte Kleingärtner

Die Mehrzahl der Kleingärtner in Deutschland ist unter dem Dach des BDG und seinen 19 Landesverbänden organisiert.

Knapp 900.000 Pächter gärtnern in Deutschland. Rund 5 Millionen Menschen nutzen einen Kleingarten mit Familie und Freunden in knapp 13.500 Vereinen und bewirtschafteten dabei etwa 44.000 ha (460 km²) Kleingartenflächen.

Zum Vergleich: Das entspricht 3 % der gesamten Naturschutzfläche Deutschlands (1,4 Mio. ha).

Mit knapp 197.000 verpachteten Kleingärten insgesamt und damit als mitgliedsstärkster Verband führt der Landesverband Sachsen der Kleingärtner nach wie vor das Ranking an, wenn es um die Gesamtanzahl bewirtschafteter Kleingärten innerhalb derim BDG organisierten Landesverbände geht. Sachsen-Anhalt (87.000) und Berlin (knapp 66.000) folgen auf Platz 2 und 3.

Quelle: Bundesverband Stand 2020 – Sandra von Rekowski, BDG

Friede, Freude, Eierkuchen

Wer das denkt, liegt hier nicht ganz richtig.

Einige “Basisverbände”, welche sich direkt mit den Kleingartenvereinen zu beschäftigen haben, stehen teilweise unter mächtigem Druck und starker Kritik.

In den letzten 15 Jahren gab es schon reichlich schlimme hausgemachte Probleme in einigen Bundesländern. Diesen wirtschaftlichen und ideellen Schaden wieder gerade zu biegen, wird daher nicht ganz leicht werden.

Ein weiteres riesiges Problem und zweischneidiges Schwert, sind die Alterstrukturen und Unwissenheit in den Vereinsvorständen.

Machen wir uns nichts vor. Viele Senioren führen die Vorstandspositionen nur aus, damit der Verein überhaupt noch am Leben gehalten wird und keine teure Fremdverwaltung durchgeführt werden muss. Danke dafür!

Bei anderen Vereinsvorständen ist die Unwissenheit so gross, das mancher “Basisverband” reichlich zu tun hat, die Fehler wieder gerade zu biegen. Das kostet nicht nur Nerven und Zeit, sondern öfters richtig Geld.

Lobbyisten und Dienstleister

Sämtliche Kleingartenverbände in Deutschland haben die Pflicht uns Kleingärtner zu schützen. Immerhin stehen hier in Deutschland fast 5 Mio. Wähler auf der “politischen Matte”.  Das ist auch nicht einfach so daher gesagt. Hier geht es um die grünen Lungen in den Städten und Gemeinden und um das Klima. Über das Thema Wohnungsbau und das Plattmachen von ganzen Vereinen, berichte ich in einem anderen Artikel in dieser Reihe.

Langsam werden es immer mehr Verbände, die sich tatsächlich als echter Dienstleister sehen. Und das ist auch gut so.

Versicherungen, Rechtsbeistände, Vertragsverhandlungen und Pachterverträge sind nur ein Bruchteil davon, bei dem Kleingartenvorstände das Fachwissen der Verbände vermittelt bekommen müssen.

Eins sollte jetzt an der Stelle aber mal endlich jedem Mitglied, Pächter und Vorstand klar werden. Das geht in dieser Gesellschaft nicht ohne Geld und nicht ohne eine ordentliche Bezahlung von hauptamtlichen Mitarbeiter. Wer immer noch denkt, dass man einen gut funktionierenden Verband ehrenamtlich nebenbei leiten kann, hat wohl die Zeichen der Zeit schon länger verpasst. Ich weiß von was ich rede. Denkt mal ernsthaft darüber nach!

Strukturen und Wandel

Die ersten positiven Anzeichen sind da. Langsam verjüngen sich die Mitglieder in den Vereinen und es gibt auch sogar so manches neue junges Vorstandsmitglied.

Auch das Nachdenken über das Bundeskleingartengesetz scheint voll im Gange zu sein.

Es wird Zeit, dass die neuen Kleingartenvorstände auch ihre Verantwortung in den Verbänden wahrnehmen und der Ja-Sagerei ein Ende setzen.

André Kind

1. Vorsitzender

Posted by Redaktion Lerchenwiese